RKI-Empfehlung: Prävention Harnwegsinfektion und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen
Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen (CAUTI) sind eine der häufigsten nosokomialen Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Bis zu 90 % aller nosokomialen Harnwegsinfektionen sind mit einem Blasenverweilkatheter assoziiert. Um diese Infektionen zu verhindern, hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) umfassende Empfehlungen veröffentlicht.
In diesem Beitrag erfährst Du, welche RKI-Empfehlungen zur Prävention von CAUTI gelten, welche Maßnahmen zur Risikominimierung beitragen und wie Du Katheter Infektionen in der Praxis vermeiden kannst.
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Laut RKI zählen Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen zu den führenden Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die häufigsten Ursachen sind:
- Lange Katheterliegedauer
- Unzureichende Hygienemaßnahmen bei der Katheterisierung
- Fehlende Indikationsprüfung für einen Blasenverweilkatheter
- Offene Drainagesysteme und unsachgemäße Katheterpflege
Durch die Einhaltung der RKI-Leitlinien zur Prävention von Harnwegsinfektionen können diese Risiken signifikant reduziert werden.
Übertragungswege & Risikofaktoren von CAUTI
Die mikrobielle Besiedlung des Katheters erfolgt entweder:
✅ Endogen – durch Keime aus der Harnröhre des Patienten
✅ Exogen – durch unsachgemäße Handhabung während der Katheterisierung oder Pflege
Risikogruppen für CAUTI:
- Langzeitkatheterträger
- Immungeschwächte Patienten
- Patienten mit Diabetes mellitus
- Intensivpatienten und Bewohner von Pflegeeinrichtungen
RKI-Empfehlungen zur Prävention Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen
1. Indikationsstellung & Katheterauswahl
➡️ Strenge Indikationsprüfung – Ein Blasenkatheter sollte nur eingesetzt werden, wenn es medizinisch notwendig ist.
➡️ Alternativen prüfen – In vielen Fällen ist ein intermittierender Selbstkatheterismus (ISK) eine sicherere Option.
📌 RKI-Hinweis: „Jede unnötige Katheterisierung sollte vermieden werden.“
2. Aseptische Katheterisierung & Händehygiene
➡️ Hygienische Händedesinfektion vor und nach jeder Manipulation am Kathetersystem
➡️ Sterile Handschuhe und Materialien zur Katheterlegung verwenden
➡️ Antiseptische Reinigung des Meatus urethrae vor der Katheterisierung
3. Pflege und Management des Kathetersystems
➡️ Verwendung eines geschlossenen Drainagesystems
➡️ Katheterbeutel stets unter Blasenniveau halten – Kein Bodenkontakt!
➡️ Frühzeitige Entfernung des Katheters, sobald er nicht mehr benötigt wird
📌 RKI-Hinweis: „Die Liegedauer eines Blasenverweilkatheters sollte auf das medizinisch notwendige Minimum beschränkt werden.“
4. Patientenaufklärung & Personalschulungen
➡️ Fortbildung des Personals zur Katheterhygiene & Infektionsprävention
➡️ Patientenschulungen zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen bei ISK
📌 Weitere Infos auf der offiziellen RKI-Seite zur CAUTI-Prävention.
MRSA, Katheter-assoziierte Infektionen & Multiresistenzen
Da CAUTI oft mit multiresistenten Erregern (MRE) assoziiert ist, sollte eine enge Kontrolle und Überwachung erfolgen. Die RKI-Richtlinien empfehlen:
✅ Regelmäßiges Screening von Risikopatienten
✅ Einhaltung von Isolationsmaßnahmen bei MRE-Nachweis
✅ Gezielte Dekolonisation von Patienten mit nachgewiesenem MRSA
Diese Maßnahmen helfen, die Ausbreitung von multiresistenten Keimen in Krankenhäusern zu verhindern.
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Geschrieben von:
Juergen Craciun
Co-Founder Digital Medical Academy
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